Oman 2015 - 3. Woche

Montag, 09.11.2015

Von unserer Terrasse schauen wir nach Westen und können schon am Morgen die von der hinter uns stehenden Sonne ausgeleuchteten Berge bewundern. Alles strahlt eine innere Ruhe aus. Wir gehen jetzt aber zuerst mal frühstücken. Auch dieses ist einem solchen Spitzenhotel angepasst und es fehlt nichts.

Da heute kein Programm angeboten wird, frage ich an der Rezeption nach Wanderkarten. Ich bekomme eine und gleichzeitig einen Wandertip. Dieser führt uns aus dem Alali-Resort auf die Hauptstraße. Hauptstraße heißt hier aber, durchschnittlich weniger als 10 Autos pro Stunde. Wir gehen diese nach Norden ins Tal und zweigen dann in ein trockenes Wadi ab. Wadis sind Flussläufe, die bei Regen sehr viel Wasser führen können und dann auch sehr gefährlich sind. Heute schaut es jedoch nicht nach Regen aus. Dieser wird erst wieder im Januar erwartet. Zurzeit ist hier fast alles trocken. Fast, weil es doch noch einige Tümpel gibt, in denen sich nicht nur Wasser sondern auch kleine Fische und Frösche befinden. Das Wasser in den Tümpel soll trinkbar sein. Wir haben aber Wasser in Flaschen dabei. Für die einheimische Bevölkerung war dies die einzige Wasserversorgung. Da die Größe der Tümpel jedoch unsicher ist, sie können nach einem ordentlichen Gewitterregen ganz verschwunden sein, haben die Einwohner in unregelmäßigen Abständen Dämme errichtet. Von diesen führen dann Wasserleitungen zu den höher gelegenen Dörfern. Inzwischen werden sie mit Pumpen betrieben, früher wurde das Wasser mit Esel in Kannen geholt und mühsam nach oben transportiert. Die Tümpel sorgen auch dafür, dass sich in diesen Bereichen eine üppige Fauna entwickelt hat. Der Weg von der Straße bis zum Damm ist etwa 3 km lang. Allerdings brauchen wir dafür über eine Stunde. Es handelt sich ja doch nicht um einen Weg sondern um ein trockenes Bachbett und wir laufen auf Geröll. Das lässt keine hohen Geschwindigkeiten zu, was wir aber auch nicht beabsichtigt haben. Wir haben viel Zeit und schauen uns die Landschaft genau an.

Vom Damm geht es dann nach oben durch das verlassene Dorf Sirab, das so langsam zerfällt. Oben auf der Höhe gibt es dann so etwas wie einen Wanderweg zur Hauptstraße zurück. Von dort kommen wir wieder problemlos zum Hotel.
Der Weg ist unterwegs mit Pfeilen markiert und man sollte gut 3 Stunden einplanen.

Abends haben wir wieder einen schönen Sonnenuntergang in den Bergen.


Blick von unserer Terrasse

Blick von unserer Terrasse

Eingang zum Wadi

Tümpel im Wadi

Tümpel im Wadi

Pause

Blumen im Wadi

Blumen im Wadi

Sirab (Teilansicht)

und hier die Wasserversorung dazu

Sonnenuntergang
(von unserer Terrasse gesehen)
Dienstag, 10.11.2015

Heute verlassen wir unsere Luxusherberge wieder. Nach dem Frühstück kommen die Geländewagen wieder. Auf dieser Strecke sind nur Allradfahrzeuge mit automatischer Bergabfahrhilfe erlaubt. Die Abfahrten sind lang und steil und gerade auf den letzten km befinden sich viele Not-Bremsspuren im Abstand von wenigen 100m. Offensichtlich sind hier schon einige Fahrzeuge nicht mehr bremsbar gewesen (Stichwort "fading"). Unsere Fahrer meistern die Strecke aber ohne Probleme.

Wir fahren durch das Hadschar-Gebirge. Unser nächstes Ziel ist die mächtige Festung von Nakhl.
Sie wurde auf einem freistehenden Felsen auf ca. 60m Höhe erbaut und ist eine der größten Festungen in Oman. Schon bei der Anfahrt kann man das Fort von weitem erkennen.

In den vergangenen Jahrhunderten wurde die mächtige Festung immer wieder umgebaut und erweitert. 1990 wurde das Fort Nakhl das letzte Mal aufwendig restauriert und eingerichtet. Die Restaurierung ist sehr schön geworden, aber irgendwie hat man das Gefühl, man ist auf einer neu erbauten Festung, das Alte ist leider etwas verloren gegangen. Zurzeit wird wieder Mal oder immer noch restauriert. Vieles hat den Charme einer Baustelle.

Die Anlage ist 3400m² groß und besitzt 6 Wehrtürme. Von ihnen hat man einen wunderbaren Ausblick auf die 2000 Meter hohen Berge des Jebel Nakhl-Massivs und auf die Oase Nakhl mit ihren vielen Palmen und Gärten. In der Festung kann man überall herumgehen und alles ansehen und erkunden. Die verschiedenen Wohnräume sind mit traditionellen Gegenständen ausgestattet, wie z. B. Truhen, Kissen, Geschirr, Tonvasen und vielem mehr. Auch die schönen Holzdecken und Türen, welche aufwendig restauriert wurden, sind beachtenswert. So nebenbei bekommen wir noch eine Lehrstunde, wie sich ein Beduine hinsetzt. Schaut etwas zusammengefaltet aus, hat aber den Vorteil, auch ohne fremde Hilfe wieder sehr schnell aufstehen zu können. Was bei den meisten von uns aber nach einiger Zeit schwierig werden dürfte, da uns die Beine einschlafen würden.

Der als optionalen Besuch geplante Besuch der heißen Quellen von Ain Thowara in Rustaq muss aus zeitlichen Gründen entfallen. Bis zu unserem Ziel sind es noch etwa 200km und es wird langsam dunkel.

Als wir wieder in 'unserem' Hotel Al Sawadi ankommen, ist es bereits dunkel. Wir haben unterwegs noch bei einem Supermarkt Rast gemacht. Hier hatten wir die Möglichkeit, preiswert einzukaufen. Allerdings gibt es im freien Handel keinen Alkohol zu kaufen. Hier haben die Hotels das Monopol, was auch gut ausgenutzt wird.

Für die kommenden Tage ist nur Übernachtung/Frühstück vorgesehen. Das Abend-Buffet soll 14 OR kosten. Umgerechnet ca. 35 Euro ist den meisten aber zuviel. Aber wir sind ja in Arabien. Da unsere Gruppe fast allein im Hotel ist, wird der Preis ziemlich schnell auf 12 OR gesenkt. Nachdem wir jetzt immer noch nicht mit fliegenden Fahnen ins Restaurant stürmen, kommt als letztes Angebot 10 OR. Okay, rund 24 Euro sind zwar auch kein Schnäppchen, aber das ist das Buffet aber wirklich wert. Dieser Preis wird uns für die restlichen Aufenthaltstage zugesichert. Aber ich denke, der Wirt verdient über Bier und Wein, was nicht zum Buffet gehört, noch genug. Mitleid hat keiner von uns ;-)


Das Fort von Nakhl

Aufenthaltsraum

Aufenthaltsraum

Sitzen wie ein Beduine

Der Felsen im Fort

Blick über die Zinnen

Blick über die Zinnen

Blick über die Zinnen
Mittwoch, 11.11.2015

So, der aktive Urlaub ist zu Ende. Jetzt beginnt der ruhigere Teil. Zuhause haben wir zwar auch so um die 15°C (für die Jahreszeit zu warm), aber hier sind es über 30°C mit Sonne und Meer. Zudem haben wir das Hotel fast für uns, sodass genug Liegen am Strand frei sind. Wir lassen es deshalb nun auch ruhig angehen. Vor 8h30 ist so gut wie niemand beim Frühstück. Später treffen sich die meisten beim Sonnenbaden am Strand.

Gisela und ich wollen heute die Wanderung auf die vorgelagerten Sawadi-Inseln nachholen. Bei Flut ist der Übergang bis zu 2m unter Wasser. Heute ist aber die Ebbe gegen Mittag so niedrig, dass man fast trockenen Fußes rübergehen kann. Zu Fuß ist es ein schöner Spaziergang von etwas über einem km. Der Weg zum Turm ist gut ausgebaut (Treppe). Leider ist es im Turm sehr dunkel, sodass ich nicht so sicher bin, hier wieder heil runter zu kommen. Also verschieben wir den Aufgang auf den nächsten Tag, wir haben ja Taschenlampen im Gepäck. Und morgen soll das Wetter ebenfalls wieder sehr gut und die Ebbe ebenfalls wieder so niedrig sein...


auf dem Weg zur Sawadi-Insel

auf dem Weg zur Sawadi-Insel

auf dem Weg zur Sawadi-Insel

Turm auf einer der Inseln

weitere Inseln (nur mit Boot
erreichbar)
Donnerstag, 12.11.2015

Der heutige Tag steht schon mal im Zeichen der Abreisen. Unsere schweizer Sportkameradinnen haben uns schon früh am Morgen nach Hause verlassen und der größte Teil der deutschen Gruppe wird heute Abend nach München zurück fliegen. Da weiter nichts mehr geplant ist, erfreuen wir uns des guten Wetters am Strand.

Wir waren ja gestern bis zum Eingang des Turms auf der Insel gekommen und haben dann wegen der mangelnden Beleuchtung den Rückweg angetreten. Heute haben wir unsere Taschenlampen dabei und können deshalb bis zur Turmspitze gehen. Wenn man nun den Turm mal von oben bis unten auskehren würde, käme eine Menge Müll zusammen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um trockenes Laub sowie viele leere Plastik-Wasserflaschen, die der doch recht starke Wind hier in den Turm geweht hat. Überhaupt ist das Problem der leeren Wasserflaschen im Oman fast allgegenwärtig, aber so richtig scheint es niemanden zu stören. Oben angekommen hat man zwar eine schöne Rundumsicht, aber viel mehr als vom Turmsockel sieht man auch nicht. Eine einsame Dhau umrundet die Insel. Es ist die einzige, die wir im Urlaub sehen. Ansonsten sind die Fischer längst auf moderne Schnellboote umgestiegen. Aber auch diese Dhau ist neu. Man erkennt dies daran, dass es keine Vorrichtung für Segel mehr gibt, nur noch Dieselmotorbetrieb ist möglich.

Beim Blick von der Insel zurück kann man sehr gut die Sandbänke erkennen, über die wir zur Insel gelaufen sind. Gut zu erkennen ist die Straße, die von Sawadi bis zur Festlandspitze führt. Darüber in einem kleinen Wäldchen befindet sich unser Hotel. Da die Bäume höher als die Häuser sind, ist von letzteren nicht viel zu sehen. Man sieht aber die lange Allee, die von der Straße zum Hotel führt. Im weiteren Verlauf dieser Allee kommt man durch das Hotel bis zum Strand. Noch mal ein Stück über dem Hotel auf dem Bild befindet sich der kleine Ort Sawadi (auf dem Foto kaum noch zu erkennen). Leider ist die Qualität des Fotos nicht sehr gut, da es genau gegen die Sonne aufgenommen wurde (ging nicht anders). Aber man kann erkennen, dass es sich um eine sehr ruhige Gegend handelt. Ein Nachtleben o. ä. gibt es hier nicht mal ansatzweise. Wir haben es auch nicht vermisst.


Turm auf der Insel
(aus der Ferne mit Tele)

Dhau unterwegs

Blick zurück zum Festland
Freitag, 13.11.2015

Die Erosion unserer Gruppe geht weiter. Nachdem ja gestern Abend die meisten nach München zurück geflogen sind, zieht es heute einige wieder zurück in die Wüste. Mit zwei Geländewagen fahren sie wieder ins Safari Desert Camp. Von dort sind dann zum Teil mehrtägige Ausflüge in die Wüste geplant.

Ansonsten wird es dadurch noch ruhiger im Hotel. Gisela und ich wandern vom Hoteleingang die lange Allee entlang und über die Hauptstraße (wenig Betrieb) nach Sawadi, das nächste Dorf. Dort kaufen wir einige Sachen ein. Gerade Getränke (kein Alkohol, den gibt's nur im Hotel) sind hier deutlich preisgünstiger als im Hotel. Auch Kekse und Obst, so für zwischendurch, gibt es hier im Supermarkt (im Hotel gar nicht) sehr günstig. Wir laufen danach durchs Dorf zum Strand. Hier liegen noch viele Fischerboote, denn es ist Ebbe und das Wasser ist doch weiter weg. Deshalb kann Gisela die vielen Boote fotografieren. Bei meinen Strandläufen waren diese häufig alle im Einsatz. Was aber auffällt ist, dass der Strand alles andere als sauber ist. Allerdings kann man dies nicht der örtlichen Bevölkerung anlasten. Jede Flut schwemmt wieder neuen Unrat ans Ufer und es wäre für die Leute einfach mühsam, diesen jedes Mal aufzulesen und zu entsorgen.

Ich habe für diesen Ausflug auf meinen Hut verzichtet da es doch einige Wolken gab. Nun sind die Wolken weg und die Sonne brennt auf den Kopf. Gisela zaubert mir deshalb aus meinem T-Shirt einen Sonnenschutz. Hier in dieser Region sieht er zumindest ganz normal aus ;-)


zurück in die Wüste

Hotel-Eingang

Zufahrt zum Hotel

Strand bei Sawadi

Strand bei Sawadi

Rückweg am Strand zum Hotel
Samstag, 14.11.2015

Soweit wie geplant alles gesehen und fotografiert. Wir verbringen den Tag einfach am Strand und genießen noch das warme Wetter.

Sonntag, 15.11.2015

Auch für heute sind keine Aktivitäten mehr geplant. Im Laufe des Nachmittags packen auch wir unsere Sachen. Gegen 20 Uhr kommt der Bus und bringt uns zum Flughafen. Wir tauschen noch die letzten Rial gegen Euro zurück und kurz vor Mitternacht hebt unsere Maschine nach Abu Dhabi ab.

Montag, 16.11.2015

Nach einem kurzen Flug sind wir in Abu Dhabi. Hier haben wir nur einen kurzen Aufenthalt. Es reicht gerade, um das Anschlussflugzeug zu erreichen. Dies sollte eigentlich eine A330 sein aber offensichtlich haben sich mehr Personen für diesen Flug angemeldet. So finden wir uns in einer A340-600 wieder. In dieser Maschine sitzt unsere Gruppe ganz hinten. Nicht alle Plätze hier sind belegt und einige können sich zum Schlafen quer legen. Es ist 2 Uhr nachts Ortszeit, als wir abheben. Nach rund 7 Stunden Flug und Uhren-Rückstellen um 3 Stunden landen wir in München. Hier wieder mit dem Shuttle zu unserem Fahrzeug und dann nach Hause fahren. Damit ist auch dieser Urlaub so gegen 9 Uhr zu Ende.